Jasques Berndorf - Eifel Krimi


Jacques-BerndorfDie Eifel ist nicht nur ein schönes und vielseitiges Ferienziel. In den Eifel-Krimis von Jacques Berndorf, die regelmäßig die Bestsellerlisten stürmen, ist sie oftmals Schauplatz grausiger Verbrechen. Jacques Berndorf ist das Pseudonym des 1936 in Duisburg geborenen Journalisten Michael Preute, der die Eifel liebt, dort lebt und die Region mindestens so gut kennt wie seine eigene Westentasche.

Mit verschmitztem Lächeln, eisgrauen Locken, Pfeife schmauchend, gekleidet in einfachen Jeans und einem dunkelblauen Rollkragenpulli empfing er das Team von Eifel exclusive zum Interview:

Wann und warum hat es Sie in die Eifel verschlagen?
Ich lebte fünfundzwanzig Jahre in München und arbeitete dort als Journalist für Magazine wie Spiegel und Stern. Irgendwann jedoch hatte ich das Großstadtleben und die Schickimicki-Szene gründlich satt. Es war Zeit für eine Wandlung. 1984 landete ich in der Eifel. In dem Örtchen Berndorf hatte ich mir in ein altes Bauernhaus gemietet und mich dann zu einem Neuanfang entschlossen. Der Namen des Ortes erklärt somit auch mein schriftstellerisches Pseudonym.

Wenn man Ihre Bücher liest, merkt man schnell, dass Sie sich hier wohlfühlen. Was fasziniert sie an der Eifel?
Die Eifel und Berndorf, das ist eine Liebesgeschichte. Ich habe mich wirklich regelrecht in diesen Landstrich und die Menschen hier verliebt. Das anders zu formulieren wäre verlogen. Ich kam aus einer hektischen Stadt. Meine Arbeit als Kriegs- und Krisenberichterstatter war purer Stress. Plötzlich saß ich hier in der Eifel, kam mir etwas verloren vor und obwohl ich die hier herrschende Stille anfänglich fast bedrohlich fand, habe ich irgendwann festgestellt, dass gerade dies mir gut tat.

Welches Stück Eifel gefällt Ihnen am Besten?
Schwierig. (Michael Preute überlegt einen Augenblick, schmaucht nachdenklich an seiner Pfeife und antwortet:) Die Kyll ist wunderschön. Das Mayener Land ist schön und auch das Bitburger Gutland ist nicht von schlechten Eltern. Eigentlich ist die Eifel an allen Ecken und Enden schön.

Was hat sie bewegt einen Eifel Krimi zu schreiben?
1988 habe ich mich entschlossen nicht mehr als Journalist für Magazine zu arbeiten sondern einen Krimi zu schreiben. Die Eifel ist eine klassische Provinz mit einer wundervollen Natur. Eine Leiche liegt nirgendwo besser als unter einer dicken Eifel-Eiche. Denn in dieser Gegend herrscht eine scheinbare Ruhe. In dieser scheinbar heilen Welt passieren die verrücktesten Geschichten. Die Menschen hier sind großenteils verschwiegen. Zumindest wirkt es nach außen so. Hinter der Hand läuft einiges. Der perfekte Ort also um Morde anzusiedeln. Ich recherchierte einige Monate und innerhalb von acht Wochen hatte ich dann meinen ersten Eifel Krimi, „Eifel-Blues“ geschrieben.

Die Eifel Krimis erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und sind mittlerweile bis weit über die Grenzen der Eifel hinaus bekannt. Was ist das Geheimnis Ihres Erfolges?
Manchmal stehe ich morgens beim Rasieren vor dem Spiegel und wundere mich selbst über mich. Mittlerweile gibt es vierzehn Eifel-Krimis, mit einer Gesamtauflage von rund 3,5 Millionen Exemplaren. Eine Zahl die verrückt ist. Ich habe wohl mit Siggi Baumeister, der in meinen Eifel-Krimis als Journalist für die Mordkommission recherchiert, eine kauzige Figur geschaffen, die den Lesern schnell ans Herz gewachsen ist. Die Leute wollen den Baumeister weil er Wiedererkennungswert hat, er dient als Identifikationsmöglichkeit einer kleinen, überschaubaren Welt.

Woher stammen die Ideen zu Ihren Büchern?
Ich lese Polizeizeitungen, Richterzeitungen und Staatsanwaltszeitungen. Ich erfinde niemals ein Verbrechen. Das heißt die sind alle irgendwann, irgendwo mal real abgelaufen, beispielsweise in Oberbayern, im Westerwald, am Bodensee oder sonst wo. Aber natürlich niemals dort wo sie dann letztendlich in meinen Büchern sind. Die Tatorte hier in der Eifel sind frei erfunden.

Wie recherchieren Sie und wie kommen Sie zu Ihren Tatorten?
Mir ist es wichtig, dass die Geschichten möglichst hart an der Realität sind. Ich möchte bei meinen Lesern das Gefühl erzeugen: „Das könnte tatsächlich so passiert sein“. Das Geflecht aus Beziehungen und wirtschaftlichen Fakten erfordert deshalb detektivische Ausdauer. Ich befrage Richter und Psychotherapeuten zu Motivationen von Tätern. Ich recherchiere also für meine Krimis ähnlich wie ich das als Journalist bei einer Berichterstattung getan habe. Meine Tatorte sind ja immer sogenannte Lebensfelder. Also Jagd oder Nürburgring oder weiß der Geier. Ich treibe mich dann dort auch wirklich tagelang rum, schließlich will ich ja wissen was da so passiert. Erst dann kommt so ganz langsam die Möglichkeit an ein Verbrechen zu denken und eine Leiche zu platzieren.

Die Geschichte steht also bereits fest in Ihrem Kopf wenn Sie anfangen zu schreiben?
Im Großen und Ganzen steht die Geschichte fest. Also Opfer, Täter und Tatort. Auch der Weg, den Baumeister zurücklegen muss, steht fest. Es gibt deshalb sicher auch keine Straße in der Eifel die ich noch nicht abgefahren bin. Diese Vorarbeiten dauern etwa vier bis sechs Monate. Erst danach beginne ich mit der Schreibarbeit. Im Rahmen der Schreibarbeit entwickeln sich dann nur noch kleinere Details.

Wie sieht die aus?
Schnell. Mein letztes Manuskript hatte ich innerhalb von sechs Wochen fertig. Ich schreibe am PC mit unregelmäßigen Pausen, arbeite zwei bis zehn Stunden am Tag, am Effektivsten morgens zwischen sechs und acht Uhr, bin muffig, unrasiert und habe wenig Schlaf.

Wie viel Siggi Baumeister steckt in Ihnen?
Siggi Baumeister ist sicher eine Form eines literarischen Alter Egos. Vieles was sich in meinen Büchern abspielt ist ein Stück meiner Realität. Das Haus, der Teich, meine Katze Satchmo.

Die Leser warten auf ein neues Buch von Ihnen. Das kann für einen Autor Druck bedeuten. Ist das Schreiben für sie Beruf, Hobby oder Beides?
Schreiben in diesem Umfang ist kein Hobby mehr. Das Schreiben ist für mich Handwerk.

Im Oktober erscheinen zwei neue Bücher von Ihnen, „Eifel Kreuz“ und „Eifel Täter“, was passiert da drin?
Eifel Täter ist ein Bildband mit Farbfotos, Geschichten über mich und Geschichten von mir. Aussagen von Fans und Freunden. Es soll etwas aus Siggi Baumeisters Welt zeigen und auch Einblicke in meine Arbeitsweise und mein Leben vermitteln. Eifel Kreuz handelt von einem jungen Mann der erst umgebracht und dann gekreuzigt wird. Zeitgleich wird noch eine Tote gefunden, eine junge Frau, bald darauf nimmt sich ein katholischer Pastoralreferent das Leben. Daraufhin wird ein möglicher Hintergrund für die Taten sichtbar: Die Fäden laufen in einer Clique von jungen Leuten zusammen, die an der katholischen Kirche in der Eifel zweifeln und auch verzweifeln.

Sie haben in diesem Jahr einen runden Geburtstag. Wenn Sie auf Ihr Leben in den letzten Jahre zurückblicken, was war für Sie das wichtigste Ereignis?
Dass ich meine Frau Geli kennen gelernt habe.

Das Interview für Eifel exclusive führte Nicole Wensch, Freie Journalistin, Klingenmünster, Pfalz 
 
Sie wollen weitere "mörderische" Informationen?
Besuchen Sie Jacques Berndorf im Internet unter: www.jacques-berndorf.de
Weitere Infos über "Eifelkrimi Wanderweg": www.eifelkrimi-wanderweg.de

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